Zahlreiche Mitglieder haben im Vorfeld Vorschläge zur alle drei Jahre stattfindenden Preisverleihung machen können. Fast einstimmig fiel die Wahl auf den in Stralsund aufgewachsenen, jungen Bassisten Christopher Jähnig, der seit der Spielzeit 2023/24 Ensemblemitglied am Theater Bonn ist. Hier wurde er mit einer Vielzahl an Partien betraut.
Benedikt Holtbernd, unser Vorsitzender, moderierte galant das Konzert am 26. November im Opernfoyer und begründete die Preisverleihung an den jungen Künstler u. a. mit der „bewundernswerten Präsenz und Darstellungskraft, die ihn bereits als charismatisch wahrnehmen lässt“. Im Bühnen-Gespräch mit Benedikt Holtbernd lernten die Anwesenden den sympathischen, zurückhaltenden Preisträger 2025, Christopher Jähnig, näher kennen. Und von dem Preisträger fielen Sätze wie…
„Singen gab mir eine zweite Chance, dafür bin ich dankbar … ” (Nachdem er zuerst mit Querflöte begann.)
„Für das Singen selber gibt es keine großen Unterschiede, auf welcher Bühne man steht …“
„Ich versuche immer wahrhaftig zu sein.“
„Es ist ein großer Lohn vor vielen Leuten – wie in der Oper – aufzutreten.“
„Lied – Konzert – Oper: jedes ist andersartig …“
„Im klassischen Gesang fühle ich mich sehr wohl und dabei bleibe ich.“
„Meine eigene Freude an Musik möchte ich an die Menschen weitergeben.“
„Beim Theater Bonn wurde ich ausnahmslos freundlich aufgenommen, von den Kollegen werde ich bestärkt und erhalte positiven Zuspruch. Ich kann nur von den Kollegen schwärmen.“
„Ich träume gerne groß, was daraus wird entscheiden Andere.“
„Meine Vision ist u.a. die Partie des Philippe II. in Verdis „Don Carlo“ zu singen.“
„Wenn ich mich Leuten vorstelle, sage ich: Ich bin beim Theater tätig, kommen Sie doch einfach mal vorbei.“
„Ich freue mich, dass ich in die Familie der Opernfreunde aufgenommen wurde.“
Neben dieser klugen Bescheidenheit, dem ausgesprochenen Dank an die anwesenden Großeltern sowie seinem Lehrer vom Niederrhein, wussten die Anwesenden spätestens bei der raumfüllenden Präsentation der vielfältigen Programmauswahl: Mit dem Bassisten Christopher Jähnig wurde der richtige Preisträger ausgewählt!
Auf dem Programm stand, unter Begleitung von Klaus Bernhard Roth, Klavier (einem Wegbegleiter seit frühsten Tagen),
Per questa bella mano (Mozart)
Tom der Reimer (Carl Loewe)
An eine Äolsharfe (Brahms)
Gotentreue (Nicolai von Wilm)
Ella giammai m’amò (aus „Don Carlo”)
Ol’ man river (aus “Showboat”, Jerome Kern)
Das Publikum war ausgesprochen begeistert und es gab noch drei Zugaben; darunter „Jerusalem“ (Stephen Adams) und als Tribut an seine norddeutsche Herkunft das niederdeutsche Volkslied „Dat du min leevstes büst“(„Dass du mein Liebster bist“).
Alles in allem war es ein wunderschönes Konzert von dem jungen Künstler, in dem er mit viel Gefühl seine Vielfalt und auch seine Ambitionen (Philipp II.) präsentierte. Und für bekennende Bass-Liebhabende ging an diesem Abend das Herz auf.


Foto: Thilo Beu
Gruppenfoto mit Preisträger Christopher Jähnig und einem Teil des Vorstands von Thilo Beu:

