Operntreff am 27. Januar 2026

Operntreff mit Dr. Beate Angelika Kraus

Rossini und Beethoven in ihrer Zeit und aus heutiger Sicht – Dr. Beate Angelika Kraus, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Beethoven Archiv, bei den Opernfreunden.

Trotz des schlechten Wetters folgten eine Vielzahl von Opernfreunden der Einladung zu unserem Operntreff am 27.01.2026. Wenn jedoch jemand einen eher trockenen, stark wissenschaftlichen Vortrag erwartet hatte – weit gefehlt. Frau Dr. Kraus zog die Anwesenden mit ihrer ansprechenden Vortragsart und ihren Ausführungen aus verschiedenen Sichtebenen direkt in den Bann.

Beethoven als ernsthafter deutscher Titan, ein Meister der Instrumentalmusik wurde Rossini, dem erfolgreichen Italiener als Starkomponist komischer Opern, gegenübergestellt. Aber darf man Rossinis Schaffen wirklich unter der Überschrift „komische Opern“ subsumieren? Frau Dr. Kraus gab den Anwesenden mittels fundierter Beispiele Ansätze, das Bild Rossinis zu überdenken und ggf. neu zu bewerten.

Ein sehr interessanter kurzweiliger Vortrag, der im Anschluss zu regen Fragen der Anwesenden führte. Mit Musikeinspielungen von Rossini wurde der Abend abgerundet. So mit Una voce poco fa / Il barbiere di Sevilla (Maria Callas, 1959), Di tanti palpiti / Tancredi (Elina Garanca mit Filarmonica del Teatro Comunale di Bologna unter Roberto Abbado, 2009 und im Vergleich Philippe Jaroussky mit den Berliner Philharmonikern, 2021) sowie zum Abschluss konnten wir den “anderen” Rossini hören, mit einem Auszug aus seiner letzten Oper von 1829 Guillaume Tell. Mit dem darin musikalisch gezeichneten Sonnenuntergang in den Bergen endete der erste Operntreff des Jahres 2026.