Stellungnahme der Opernfreunde Bonn e.V. zur Zukunftsagenda Bonner Bühnen

Die Diskussion zur Zukunft der Bonner Bühnen ist mit der Präsentation der Zukunftsagenda der dazu beauftragten Stabsstelle eröffnet. Sie bedarf eines qualifizierten und differenzierenden Dialogs in zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und Initiativen. Er kann einem wahrhaftigen demokratischen Entscheidungsprozess anregen, in dem den Entscheidungsträgern im Stadtrat die Ansichten aus dem vielfältigen Meinungsbildungsprozess mit auf den Weg gegeben werden.

Wir Opernfreunde haben bisher den Standpunkt vertreten, dass die Renovierung bei laufendem Betrieb zu präferieren ist. Möglicherweise muss man angesichts der neuen Faktenlage davon Abstand nehmen.

Jedoch sollte das Opernhaus, ob neugebaut oder saniert, genau dort am Rhein seinen Platz haben, wo es seit 1965 als Markstein der Demokratie der Bundesrepublik Deutschland steht. Aspekte der Lage des Opernhauses im Zentrum der Stadt und damit auch gesellschaftlicher Begegnungsort direkt am Rhein gelegen in einer Linie mit der Beethovenhalle sind ebenfalls von wesentlicher Bedeutung als Leuchtturm, der aus dem Herzen der Stadt hinausstrahlt in die Stadtteile und den Rhein-Sieg-Kreis.

Es gilt natürlich den Kosten-Nutzen-Faktor zu prüfen, der auch für den Kulturetat des Haushalts der Stadt Bonn wie auch für alle anderen Bereiche unerlässlich ist. Die Gespräche über das Theater der Stadt Bonn müssen immer von der Fragestellung der existenziellen Bedeutung der Kultur für diese Stadt geleitet sein. 

“Es gilt der Kunst” und zwar in ihrem gesamtgesellschaftlichen Kontext der Ökonomie, der Bildung, des politischen Diskurses als Wiege der Demokratie und der individuellen Erbauung und Erfüllung, so dass von der Beethoven-Stadt weiterhin die freudige Botschaft ausgehen kann: “Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.” 

Die Opernfreunde Bonn e.V. werden mit der Stabsstelle den Dialog aufnehmen und verschiedene Diskussionsforen vorbereiten als Grundlage zur Meinungsbildung und im Vertrauen auf einen kompetenten und für die Kultur eifernden Stadtrat.