Netzwerk Ludwig van B. gegen Verlegung von Oper und Schauspielhaus

Auszug aus der Pressemitteilung des Vereins Netzwerk Ludwig van B. vom 19. Mai 2026:

„Auf seiner 10. Mitgliederversammlung am gestrigen Nachmittag hat das Netzwerks Ludwig van B. einstimmig den Einsatz für die Beibehaltung der bisherigen Theaterstandorte aus Kostengründen beschlossen.

Zur Begründung betonte die Vorsitzende, dass hierbei die unvollständigen Berechnungen und Argumentationen der “Konzeptstudie Zukunft Bonner Bühnen (ZBB)” Ausgangspunkt waren, sich genauer mit der 317seitigen Sitzungsvorlage zu befassen.

Das Netzwerk stützt sich bei seinen Erkenntnissen auch auf die Expertise des in städtebaulichen Großprojekten erfahrenen Baurechtsanwalts und Kulturausschussmitglieds Dr. Jürgen Lauer.

Danach erweist sich die in den Varianten D und E notwendige Entwicklung des Stadtteils Beuel Süd wie auch konkret des maroden, aber denkmalgeschützten Geländes der Theaterwerkstätten als ein ebenso unkalkulierbares Abenteuer hinsichtlich Zeit und Kosten, wie die Sanierung des bisherigen Operngebäudes (“Variante A”). Die nicht vertretbaren hochriskanten Sanierungskosten der Oper (siehe auch Erfahrungen in Köln) waren schon vor 2 Jahren im RKW-Architektengutachten der Stadt mitgeteilt worden. Deshalb erscheint es merkwürdig, dass “Variante A” überhaupt noch in Erwägung gezogen wird.

In der Mitgliederversammlung diskutiert wurden die Vor- und Nachteile der vorgeschlagenen Varianten A – D. Danach dürfte die “Beueler Lösung” bei realistischer Kalkulation erheblich teurer sein, als die Nutzung der bisherigen Standorte.

Nach Auffassung der Mitglieder sprechen neben den erwartbaren Gesamtkosten auch die städtebaulichen Aspekte (erheblicher Entwicklungsbedarf in Beuel, Erreichbarkeit, Nachnutzungen am Boeselagerhof und Bad Godesberg; touristische und Innenstadt-Attraktivität) eher für die Beibehaltung der bisherigen Standorte.

Ein Neubau, so die wiedergewählte Vorsitzende des Netzwerks, böte die Chance, Oper noch mehr in die Zukunft zu denken. Neben der berechtigten “lebendigen Erinnerungskultur Oper” muss eine “Oper für alle” auch neue ästhetische Konzepte für ein breites Publikum, insbesondere jüngere Zielgruppen ermöglichen. Dass die Bonner Oper hier schon seit Jahren auf dem richtigen Weg sei, müsse in der Öffentlichkeit noch stärker vermittelt werden, so der Vorstand des Netzwerks.

Für die notwendigen Einsparungen im laufenden Betrieb gebe es andere Möglichkeiten, als die eher ungewöhnliche Zusammenlegung von Spielbetrieb und Lager.

Fazit neben der Kostenfrage: Die Oper als herausragende zukunftsgewandte Kultureinrichtung der “Beethovenstadt” muss ihren sichtbaren Standort behalten und darf nicht schamhaft hinter Industriekulissen versteckt werden.

Für das Schauspiel Bad Godesberg ist ebenfalls die Beibehaltung des Standorts die kostengünstigere Lösung. […]“

Mehr Informationen über das Netzwerk unter www.LudwigvanB.de

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